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Abrechnung nach ATV

Der Abrechnung bzw. dem Aufmaß von Gerüsten sind die Regeln unter Tz. 5 – Abrechnung – in der DIN 18451 – Gerüstarbeiten – als eigenständige Allgemeine Technische Vertragsbedingung für Bauleistungen ( ATV) in der VOB, Teil C (Ausgaben August 2015) zugrunde zu legen, und zwar differenziert nach den einzelnen Arten von Gerüsten.

In anderen ATV, so beispielsweise im Hochbau für Mauer- und Betonarbeiten sowie im Ausbau für Maler- und Lackierarbeiten werden die Gerüste teils als Nebenleistungen und teils als Besondere Leistungen behandelt und ausgeschrieben. Aus diesem Umstand heraus traten in der Baupraxis oft Unklarheiten bei der Abrechnung, insbesondere beim Aufmaß in Treppenhäusern, bei unebenem Gelände u. a. auf.

Für die meisten Gewerke im Hoch- und Ausbau galt als Abgrenzung zwischen Neben- und Besonderen Leistungen bisher die 2 m – Regelung. Mit der Aktualisierung von ATV/DIN-Vorschiften im Ergänzungsband 2015 zur VOB, Teil C wurde die 2 m - Regelung dahin gehend präzisiert, nicht mehr vordergründig die Höhe des Gerüstes, sondern die Höhenlage von 3,50 m der zu bearbeitenden Fläche bzw. des herzustellenden Bauteils als Maßstab heranzuziehen. Beispielsweise für die Trockenbauarbeiten nach DIN 18340 (Ausgabe August 2015) gelten nunmehr folgende präzisierten Aussagen zu:

  • Nebenleistungen unter Tz. 4.1.1: Auf-, Um- und Abbauen sowie Vorhalten von Gerüsten für eigene Leistungen, sofern die zu bearbeitende oder zu bekleidende Fläche nicht höher als 3,50 m über der Standfläche des hierfür erforderlichen Gerüstes liegt.
  • Besonderen Leistungen unter Tz. 4.2.3: Auf-, Um- und Abbauen sowie Vorhalten von Gerüsten für eigene Leistungen, sofern die zu bearbeitende oder zu bekleidende Fläche höher als 3,50 m über der Standfläche des hierfür erforderlichen Gerüstes liegt.

Analoge Regelungen wurden bezüglich "Besonderer Leistungen" auch in den DIN-Vorschriften (jeweils Ausgaben August 2015) getroffen, so in der:

  • DIN 18330 - Mauerarbeiten - unter Tz. 4.2.1 zu Traggerüsten für Bauteile, deren Unterseite 3,50 m über der Aufstellfläche des Traggerüstes liegt,
  • DIN 18331 - Betonarbeiten - unter Tz. 4.2.6 mit der Aussage wie bei Mauerarbeiten,
  • DIN 18350 - Putz- und Stuckarbeiten - unter Tz. 4.2.3 mit der Aussage wie angeführt bei Trockenbauarbeiten,
  • DIN 18361 - Verglasungsarbeiten -: unter Tz. 4.2.3 mit der Aussage wie bei Trockenbauarbeiten,
  • DIN 18386 - Gebäudeautomation - unter Tz. 4.2.3 mit der Aussage zu Gerüsten für eigene Leistungen, sofern der Montageort höher als 3,50 m über der Standfläche des hierfür erforderlichen Gerüstes liegt.

Der Ergänzungsband 2015 zur VOB/C sieht jedoch für 24 Gewerke bzw. ATV/DIN keine Aktualisierungen vor. Deshalb sind auch weiterhin in Gewerken, besonders das Ausbaugewerbe betreffend, die bisherigen Regelungen zur Ausschreibung zu Neben- und Besonderen Leistungen sowie zur Abrechnung zu berücksichtigen, und zwar auf Grundlage der VOB 2012 und jenen DIN-Vorschriften mit den Ausgaben: September 2015. Das betrifft zu Arbeitsgerüsten auch die Aussagen nach der 2 m - Regelung, sofern dies bisher maßgebend war und 2015 keine Anpassung in der VOB/C erfolgte.

Das gilt beispielsweise für die ATV/DIN 18363 - Maler- und Lackierarbeiten - Beschichtungen (Ausgabe September 2012) - mit folgenden Aussagen zu:

  • Nebenleistungen unter Tz. 4.1.1: Auf- und Abbauen sowie Vorhalten der Gerüste, deren Arbeitsbühnen nicht höher als 2 m über Gelände oder Fußboden liegen.
  • Besonderen Leistungen unter Tz. 4.2.4: Auf- und Abbauen sowie Vorhalten der Gerüste, deren Arbeitsbühnen höher als 2 m über Gelände oder Fußboden liegen.

Analoge Aussagen werden in weiteren DIN der Ausbaugewerke getroffen wie in der:

  • DIN 18366 - Tapezierarbeiten (Ausgabe September 2012),
  • DIN 18379 - Raumlufttechnische Anlagen (Ausgabe September 2012) u. a.

Diese Regelungen gelten unabhängig von den Regeln für die Abrechnung und das Aufmaß von Gerüsten nach Tz. 5 – Abrechnung – in der DIN 18451 – Gerüstarbeiten (Ausgabe August 2015) – als eigenständige ATV in der VOB, Teil C 2015.