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Heizsysteme gemäß Energieeinsparverordnung

Bauen nach Energieeinsparverordnung (EnEV) und nach den Förderstandards KfW-60 und KfW-40

Bauen nach EnEV

Die 2002 eingeführte Energieeinsparverordnung mit ihren Aktualisierungen in 2004 und 2007 hat die energetische Bewertung der Gebäudehülle durch den Jahresprimärenergiebedarf als Maßstab für die Genehmigung eines Bauvorhabens abgelöst und bindet als ganzheitliches System auch die energetische Effizienz der Heizungstechnik mit ein.

Das komplette Haustechniksystem mit Wärmeerzeuger, Wärmeverteilung und Warmwasserbereitung ist damit, neben der gut gedämmten und dichten Gebäudehülle, ein maßgeblicher Faktor des energetischen Bauens auf der Grundlage der EnEV. 

Folgende Kombinationen erfüllen die primäerenergetischen Anforderungen (Überschlagsregel):

  • Gasbrennwerttechnik: alle Systemkombinationen
  • Wärmepumpentechnik: alle Systemkombinationen
  • Pellettechnik: alle Systemkombinationen

Kriterien für KfW-60 

Der Primärenergiebedarf darf pro Quadtratmeter Gebäudenutzfläche den Wert von 60 kWh nicht überschreiten und der auf die Gebäudehülle bezogene Wärmeverlust muss den zulässigen Höchstwert nach der EnEV für einen Neubau um mindestens 30% unterschreiten.

Folgende Kombinationen erfüllen die primäerenergetischen Anforderungen (Überschlagsregel):

  • Gasbrennwerttechnik: mit WRG ≥ 80 % und Solareinbindung
  • Wärmepumpentechnik: Erdwärmepumpen mit Abluftsystem
  • Luft/ Wasser/ WP/ System mit WRG und Solar
  • Luftheizsysteme mit WRG + WP
  • Pellettechnik: alle Systemkombinationen


Kriterien für KfW-40 

Hier gelten weitergehend verschärfte Anorderungen. Es werden ein Jahresprimärenergiebedarf von≤ 40 kWh pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und bei der Gebäudehülle ein Wärmeverlust von mindesten 45% unter EnEV Neubauniveau gefordert.

Bei eine Nachweis nach des Passivhausrichtlinien –die ist auch möglich- darf der Jahresheizwärmebedarf des Gebäudes, bei Einbeziehung von Wärmerückgewinnen durch Wohnungslüftungsanlagen, nicht über 15 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche (Energiebezugsfläche) liegen. Der Jahresprimärenergiebedarf darf nach EnEV 40 kWh pro Quadratmeter der Gebäudenutzfläche nicht überschreiten.

Folgende Kombinationen erfüllen die primäerenergetischen Anforderungen (Überschlagsregel):

  • Gasbrennwerttechnik: mit WRG ≥ 92 % und Solareinbindung
  • Wärmepumpentechnik: Erdwärmepumpen mit WRG ≥ 92 %
  • Luft/ Wasser/ WP/ System mit WRG und Solar
  • Luftheizsysteme mit WRG + WP
  • Pellettechnik: alle Systemkombinationen

Abkürzungserklärung:
WRG = Wärnerückgewinnung
WP = Wärmepumpe


3-Liter Haus

Das 3-Liter haus hat einen rechnerischen Heizwärmebedarf von maximal 30 Kilowattstunden im Jahr pro Quadratmeter beheizte Wohnfläche.

Passivhaus

Ein Passivhaus ist so gut wärmegedämmt, das es ein konventionelle Heizanlage im herkömmlichen Sinn nicht mehr benötigt. Das Passivhaus hat einen rechnerischen Heizwärmebedarf von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche.

Plus-Energiehaus

Beim Plus-Energiehaus handelt es sich um ein Gebäude auf höchstem Passivhaus-Standard, das rein rechnerisch mehr Energie gewinnt als es verbraucht. Der begriff wurde von dem Architekten Rolf Disch geprägt und von ihm als geschützte Marke eingetragen.