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Auf die Höhe der Abschlagszahlungen achten


Fast jeder Bauherr oder Käufer fürchtet sie: Die Insolvenz des Bauträgers oder der Baufirma vor Fertigstellung  des Objektes. Kostet sie doch Geld und Zeit der Bauherren. Sollte dieser gar nicht so seltene Fall eintreten, ruhen die Arbeiten am Bau in der Regel für etliche Wochen oder gar Monate. Meist müssen andere Unternehmen die angefangenen Arbeiten übernehmen. Oft werden nicht die vorherigen Preise erzielt und es entstehen ungeplante Mehrkosten.

Bauherren ist also dringend anzuraten, sich vorab sehr genau über die Bonität des Vertragspartners zu erkundigen. Hierzu folgend Hinweise:

  • Der Bauherr sollte sich vom Bauträger Referenzobjekte nennen lassen, die in jüngster Zeit realisiert wurden. Es empfiehlt sich, das Objekt vor Ort in Augenschein zu nehmen und mit den Eigentümern über deren Erfahrungen mit dem entsprechenden Bauträger zu sprechen, auch über die Höhe der geleisteten Abschlagszahlungen.

  • Auskünfte über den Bauträger können auch über die Hausbank oder bei einer Wirtschaftsauskunftsdatei eingeholt werden. Doch Vorsicht – auch diese Informationen sind nicht immer auf dem neuesten Stand.

  • Besondere Vorsicht ist immer dann geboten, wenn der Bauträger höhere Abschlagszahlungen als die Makler- und Bauträgerverordnung vorsieht. Danach werden Zahlungen stets nur nach Baufortschritt erbracht. Generell gilt: Sobald eine Baustufe fertiggestellt wurde (z.B. der Rohbau), verpflichtet sich der Bauherr, ein im Vertrag genau festgelegte prozentuale Abschlagszahlung zu leisten. Wenn der Bauherr einen höheren Abschlag leisten soll als in der Verordnung festgelegt ist, dann geht er ein deutlich höheres Risiko ein. Ist doch ein Teil dieser Arbeiten noch gar nicht erbracht worden.  

  • Im Fall einer Insolvenz sind die über die Verordnung hinaus geleisteten Zahlungen in der Regel verloren.

  • In jedem Fall sollte der Bauherr auf eine Vertragserfüllungsbürgschaft durch den Bauträger bestehen. Aber aufgepasst: Diese Bürgschaft gibt es in der Regel nicht zum Nulltarif, versuchen Bauträger doch, die entstehenden Kosten auf den Bauherren abzuwälzen. Wem die Kosten hierfür zu hoch sind, der sollte sich besser einen andern Bauträger suchen.

Nicht immer ist eine Insolvenzgefahr vor dem Vertragsabschluss abzusehen. Gerät der Bauträger erst in der Realisierungsphase in eine Schieflage, gelten folgende Hinweise:

  • Werden Bauarbeiten nur noch schleppend ausgeführt? Wechselt das Personal häufig? Verlangt der Bauträger mit einem mal weitere oder vorgezogene Abschlagszahlungen? Die sind ernst zu nehmende Hinweise auf eine kurz bevorstehende Insolvenz. Beim zuständigen Insolvenzgericht oder im Internet unter www.insolvenzbekanntmachungen.de, können Bauherren Informationen beziehen.

  • Im Insolvenzfall sind alle Zahlungen sofort zu stoppen. Zudem sollte der Stand der Bauarbeiten durch einen Sachverständigen dokumentiert werden.

  • Bevor der Bauherr andere Unternehmen mit der Fertigstellung beauftragt, sollte er unbedingt ein Gespräch mit dem Insolvenzverwalter führen. Damit muss geklärt werden, ob der insolvente Bauträger die Arbeiten vertragsgemäß zu Ende führen kann oder nicht. Erst wenn der Insolvenzverwalter eine Fortführung der Arbeiten verneint, sollte die Auftragsvergabe an andere erfolgen.